Der hält, was er verspricht - der Beckenboden

Eigentlich suche ich zu jedem Artikel immer erst ein inspirierende Bild, nun, eigentlich. In diesem Fall musste ich meine Gedanken erst ordnen um etwas zu finden, dass mir hierzu zusagt. :D

Und dann wurde es die schon viel zitierte Schale, mit Schnüren! Warum ich dieses Bild gewählt habe, ist dir sicherlich schon klar - unser Beckenboden hält unsere Organe nach unten, gegen die Schwerkraft, in unserem Oberkörper und besteht aus einer Faszien-/ Bindegewebsstruktur mit viel guter Muskulatur. 

Ich will mich hier nicht in Details verlieren, wie, wo, welche Muskulatur und was deren Aufgabe im Einzelnen ist, aufhalten. Dazu findet ihr massenhaft Literatur im Internet. Aber ein paar Eckdaten sollen kurz dabei sein, die dir helfen sollen, das gute Stück besser empfinden zu können - denn darum geht es.

Wo er ist, sagt ja schon der Name: Er ist der Boden unseres Beckens, reicht vom Steiß - bis zum Schambein und ist zwischen den beiden Sitzbeinhöckern aufgespannt, dreidimensional, und er hat eine Impulsfunktion. Denn der Beckenboden ist eingebunden in die intermuskuläre Koordination, wichtig für unsere Aufrichtung, Bewegung und Atmung. Aber diese sind eben auch wichtig für den Beckenboden - ein komplexer Funktionsapparat. Werden Impulse, wie bei einer guten Brustraumatmung zum Zwerchfell, nicht weitergegeben, weil eben die Atmung zu flach ist, bekommt der Beckenboden nicht die richtigen Impulse. Er weiß nämlich ganz genau, wann er sich an- bzw. zu entspannen hat. Ja, darum kann es nämlich auch gehen! Gerade im Yoga beschäftigen wir uns viel mit Core Training, unsere Mitte, fest soll sie sein, Halt geben. Aber kannst du deinen Beckenboden auch entspannen? 

 

Wenn du magst, spür doch mal hin.

Leg dich entspannt hin und spann deinen Anus an, fest zusammen ziehen - lösen. Genauso machst du es mit der Vagina und dann versuch deine Harnröhre zu verschließen, so, wie wenn du ganz dringend Urin lassen müsstest und nirgends eine Toilette zu finden ist. Alle drei Muskelngruppen zusammen zu ziehen ist dann schon gar nicht mehr so einfach. Aber da geht´s hin ;)

 

Ganz schön komplex, denn sogar unsere Gesichtsmuskulatur schickt Impulse zum Beckenboden. Beiß die Zähne fest zusammen und vielleicht ist es dir möglich zu spüren, wie dein Beckenboden zuckt - es kommt zu einer reflektorischen Anspannung! Jede Anspannung im Gesicht, lässt auch deinen Beckenboden anspannen! Also, ruhig mal öfter Grimassen schneiden, den Kiefer von rechts nach links bewegen, die Zunge rausstrecken wie im Löwen und immer Lächeln!

Beckenbodenprobleme sind also oft nicht so einfach im Ursprung zu lokalisieren und wir Yoginis und Yogis haben tolle Tools und den offenen Geist um einiges für unseren Beckenboden zu tun. Aber vergiss nicht, es geht nicht immer ums Anspannen, dein Tonus kann auch zu hoch sein. Spür in dein Becken und lass auch da mal locker! Dein Beckenboden und im übrigen auch Psoas werden es dir danken!

 

Aber ich will noch eine tiefere Ebene ansprechen. 

Der Beckenboden liegt etwas unterhalb des Wurzelchakra (Muladhara), unserem Basischakra. Es steht für die Erdung, unser Urvertrauen und beherbergt unsere Bedürfnisse nach Wärme und Geborgenheit, Nahrung, Sicherheit und Schutz. Hier ruht die Kundalini, deine Urkraft und unser Unterbewußtsein.

Etwas höher liegt das Sakralchakra (Svadhisthana), es liegt unter dem Bauchnabel, ca. auf Höhe des Kreuzbeines. Es umfließt geradezu unseren Beckenboden und steht für dein Unbewusstes, die Intuition bzw. Instinkt und Gefühle. Neue Energie, Schöpferkraft, Kreativität - hier ist der Ursprung. Ist dieses Chakra ausgeglichen, kannst du Leichtigkeit finden und loslassen.

Arbeitest du also mit deinem Beckenboden, bist du auch immer in Kontakt mit diesen Chakren! Das lohnt sich also doppelt und dreifach!

 

Wenn du noch Fragen hast oder Anmerkungen zu meinem Text, schreib mir doch, ich freu mich!

 

Love&Peace

 

 

 

 

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